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Das Grauen kehrt zurück!

Autor: Ilva | Datum: 08 März 2012, 20:15 | Kommentare deaktiviert

Wie habe ich gelitten. Wie habe ich gekämpft. Wie habe ich versucht aus den kleinen Triumpfen die nötige Kraft zusammeln, um durchzuhalten...

Und ich habe es geschafft! Sowohl mental als auch physisch war es vielleicht eine der Kräfte zehrendsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe. Aber nach 4 Monaten habe ich es geschafft der Hölle des überwältigenden Juckreizes zuentrinnen. Mit rettender Unterstützung meiner Freundin, der Sonne.

Aber jetzt ist ihre Zeit vorbei und der Regen zieht wieder ins Land.

Und durch ihn gestärkt, ist das Grauen zurück gekehrt.

In den letzten zwei Monaten des anscheinenden Waffenstillstands habe ich meine bis dahin leeren Energiespeicher gefüllt, mein Durchhaltevermögen erhärtet, meinen Blick für jeden noch so kleinen krabbelnden Schwarzen Punkt geschärft, meine Kampfstrategie bis ins kleinste Detail ausgeaebeitet.

Denn, liebe Freunde, an der Flohfront herrscht wieder Krieg. Kaltblütig, gnadenlos, ohne jede Rücksicht auf Verluste.

Das oberste Ziel lautet "den Feind vom Bett fern halten". Denn sobald er dieses erreicht, ist der Krieg schon so gut wie verloren.

So, liebe Mitsoldaten im Geiste. Denkt an mich im kalten, aber dafür weitesgehend parasitfreiem Deutschland. Ich kann jede Unterstützung gebrauchen.

In der Hoffnung bald mit Erfolgsnachrichten aufwarten zu können,

eure Kämpferin Ilva (direkt von der Front)

 

Kenia - Halbzeitseminar

Autor: Ilva | Datum: 02 März 2012, 16:26 | Kommentare deaktiviert

Hier 21 Gedanken zu meiner Keniareise :

(Übrigens war einer meiner Vorsätze meine Blogeinträge zukunftig kürzer zu gestalten...aber daran bin ich mal wieder kläglich gescheitert - Tschuldigung.) =)

 

Lost in Translation

Autor: Ilva | Datum: 12 Februar 2012, 18:52 | Kommentare deaktiviert

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„No John, say: schön.“ „Schon“ „Schööön.“ „Schooon.“ „No no, like this: ÖÖÖ, Dankeschööööön.“ „Dankeschooooon.“ „Eieiei, now your turn Viateur. Schön.“ „Schön.“ „Ja, perfect Viateur. Now say: Tschüss!“ „Tschuss.“ „Hach Gott….“

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Hach ja, meine Deutschstunden. Das ist schon eine ganz interessante Sache. Besonders da sie bei Weitem nicht wie meine normalen Englischschüler sind. Meine Deutschklasse besteht aus drei Leuten: John (dem Pastor meiner Gemeinde und Erzdiakon der Diözese), John (dem Buchhalter der Diözese – der Name kommt hier übrigens sehr häufig vor) und Viateur (dem Leiter des landwirtschaftlichen Entwickungssevices hier). Die Tatsache, dass sie alle so hohe Positionen haben, macht den Unterricht zu einer Herausforderung der ganz besonderen  Art. Vorallem für meine Geduld. Zunächst mussten wir einen gemeinsamen Termin finden, was zu Anfangs schier unmöglich schien. Und nun da wir einen gefunden haben, kommt einer der drei immer mindestens eine halbe Stunde zu oder gar nicht. Und wenn sie dann mal alle da sind, klingelt alle fünf Minuten ein Handy.

Alle drei sprechen fließend Englisch, was die Unterrichtsgestaltung um einiges leichter macht. Und auch viel amüsanter. In solchen Momenten, wie gerade beschrieben, wo drei erwachsene, hoch respektierte  Männer zwischen 25 und 55 Jahren versuchen meine Mundbewegungen und Betonungen genau nachzuahmen und daran in den meisten Fällen kläglich scheitern, kann ich meistens nicht anders als in Lachen auszubrechen. Manchmal ist es zwar auch zum Verzweifeln, aber in den meisten Fällen doch eher zum Schießen. Es macht mir echt Spaß.

Eher entmutigend ist jedoch die Tatsache, dass mein Unterricht so beliebt ist, dass noch mehr Leute hinzukommen wollen. Etwas paradox, ich weiß. Doch Zulauf für meinen Unterricht bedeutet noch mehr wichtige Menschen, die alle zehn Minuten rausrennen, weil es in ihrer Hose oder Tasche vibriert. Da heißt es wohl einfach, Nerven behalten.

 

Und diese Deutschstunde ist in den meisten Fällen nur der Höhepunkt eines sprachüberfluteten Tages.

Nicht gerade selten beginnt es mit einem schönen Frühstück auf Englisch. Natürlich vorausgesetzt, dass mein Haus Besucher beherbergt. Diese sind sowieso in 95% der Fälle englischsprachig. Ich darf mein noch halb schlafendes Gehirn also direkt zu Tagesbeginn mit einem englischen Gebet überfordern, dass ich aus den Ecken meines lahmen Kopfes zusammen kratze.

Später, natürlich genau dann, wenn ich zu meiner ersten Unterrichtsstunde aufbrechen möchte, kommt kurz meine Nachbarin vorbei, um mir die allmorgendliche Frischmilch zu bringen. Eigentlich nimmt sie sich immer fest vor, vor 8 Uhr zu kommen, aber da die Ruander immer noch später dran sind als ich, sind ihre Verspätungen  keine wirkliche Überraschung.

Es folgt eine Tötterrunde auf Französisch mit einem Hauch von Kinyarwanda, wo wir uns über den neuesten Klatsch und Tratsch der Kirche auszutauschen. Da ich jedoch nicht die ruandischen Maßstäbe an Pünktlichkeit erreichen will, reiße ich mich meistens nach zehn Minuten Geschnatter los, um mich auf den Weg zur Schule zu machen.

Eine schöne Abwechslung ist es, wenn ich auf dem Weg Harmut begegnete, dem deutschen Langzeitmitarbeiter hier. Er arbeitet allerdings in der Schreinerei auf der anderen Seite des Hügels weshalb das nicht allzu häufig passiert. Ein wenig schade, denn unsere immer wiederkehrende Diskussion über die Motivationen und Effektivität von Entwicklungshilfe wird mir echt nie langweilig. Und dafür nehme ich mir meistens auch die Zeit, egal wie spät ich dran bin. Denn ganz will ich meine inzwischen sehr mageren Deutschkenntnisse doch nicht verkümmern lassen.

Wenn ich dann letztendlich mit ca. einer halben Stunde Verspätung und doch leichtem schlechten Gewissen darüber in der Schule eintreffe (denn wenn es nicht Hartmut ist, verquatsche ich mich meist noch mit jemand anderem, dann allerdings auf Englisch oder Kinyarwanda), muss ich doch immer wieder überrascht feststellen, dass noch nicht mal mehr alle Schüler da sind (ich frage mich echt wann das aufhört mich so zu verblüffen, da es schlicht weg zum Alltag gehört – und da fragt man sich wirklich wieso man sich eigentlich diesen Stress macht). Nach eineinhalb Stunden Unterricht, ein einziger Kinyarwanda-Englisch-Brei, wird mein Tag von einer niederländischen Welle erfasst. Auch nicht sonderlich überraschend, da seit einem Monat eine niederländische Studentin den Nähunterricht in meinem Projekt/Schule unterstützt. Manchmal schaut noch ihr Professor und jeden Tag um 12 ihre Kollegen aus der Schreinerei auf der anderen Seite des Berges vorbei. Hin und wieder laden wir uns dann gegenseitig zum Mittagessen ein, wobei ich verzweifelt versuche den Unterschied zwischen Fries und Niederländisch herauszufinden und dabei noch so viele von den holländischen Vokabeln wie möglich mir ins Gehirn zu brennen, mit denen ich konstant bombardiert werde.

Nachmittags folgt dann entweder noch mehr Englischunterricht, englische Chorprobe oder seit neuestem auch Kinyarwanda Unterricht. Nach einem halben Jahr habe ich es endlich geschafft einen Lehrer zu finden. Leider würde ich das nicht ganz als Erfolg verbuchen, da meine Lehrerin mir zwar meistens meine englischen Sätze ins Kinyarwandische übersetzt, aber auf meine am häufigsten gestellte Frage „Why?“ , meist die Grammatik betreffend, keine Antwort weiß. Ich bin also trotz Lehrer noch weitestgehend damit beschäftigt die meisten grammatischen Regeln selber zu entwirren. Die Ruander haben nämlich leider kaum eine Ahnung vom Aufbau ihrer Sprache. Das ist echt anstrengend. Aber ich habe genug Möglichkeiten den ganzen Tag über meine falschen Kinyarwandakünste in den vielen Unterhaltungen mit den Mitarbeitern der Diözese, mit denen mein Tag gespickt, auszuprobieren und zu verbessern. Das hat für beide Parteien der Unterhaltung positive Effekte: Ich kann lernen und die Ruander haben was zum Lachen. So gewinnen alle.

5 Sprachen!!! Und ich habe leider nur ein Gehirn um sie alle zu verarbeiten. Und das fängt so langsam an zu rauchen.  Nur ein weiterer Aspekt, der mir hilft sofort in den Schlaf zu sinken, sobald meine Haare mein Kissen berühren.

Denn letztendlich ist es jedes Gefühl der Überforderung und Verlorenheit zwischen all diesen Sprachen allemal wert, solange ich nachts gut schlafen kann. Und das kann ich :)

 

 

Feiertage

Autor: Ilva | Datum: 10 Januar 2012, 19:01 | Kommentare deaktiviert

Weihnachten in einer anderen Kultur...woah.

"Ilva, das wird bestimmt so eine coole Erfahrung, ich bin so neidisch, du wirst so viel sehen. Mensch ist das aufregend für dich!"

Jaja, diese Sätze oder auch so ähnlich habe ich wirklich oft gehört und auch selber gedacht. Ich war echt gespannt darauf, das zu erleben.

Das klingt nach einem großen "ABER"? Das hat es auch. Denn womit ich leider nicht gerechnet hatte, ist den 25. Dezember, den kulturellen Höhepunkt der ruandischen Feierlichkeiten, ans Bett gefesselt zu verbringen. Und da es dann doch so war, konnte ich leider wenig dagegen machen. Ich habe Weihnachten bei Moritz in Butare verbracht, wo wir auf einer Multikulti-Weihnachtsfeier eingeladen waren. Für die habe ich mich dann auch am späten Nachmittag aus dem Bett gehievt, allerdings nur mit Beschwerden. Aber das war es wert, denn wer kann schon von sich behaupten, dass er jemals mit drei Belgiern, einer Kanadierin, zwei Deutschen, zwei Australiern mit ihren kleinen Kindern, einem Briten und einem Ruander Weihnachten gefeiert hat? Ach ja, genau. Das wären dann wohl nur Moritz, Björge (ein deutscher Medizinstudent) und ich. Und es war wirklich schön und dafür hat es sich gelohnt, die Wärme und Gerborgenheit des Krankenlagers zu verlassen.

Da ich an Weihnachten die eigentliche "Kultur" meiner jetzigen Heimat verpasst habe, wollte ich zu Neujahr die komplette kulturelle Dröhnung geben! Leider ist das nicht ganz so einfach, denn nicht jede Gemeinde bietet kulturelle Dröhnung an. Und meine gehört leider zu denen, die es nicht tun. Ich habe versucht an dem Mitternachtsgottesdienst in einem Dorf teilzunehmen, wo mir allerdings Transport und Unterkunftsprobleme in die Quäre kamen. Wer hätte gedacht, dass es so schwierig sein kann, einfach mit ein paar Einheimischen traditionell ein wenig zu feiern? Aber ich habe trotzdem nicht aufgegeben.

Am 31sten habe ich an dem Jahresabschlussgottesdienst in meiner Kirche teilgenommen. Im Großen und Ganzen hat er sich nicht von den üblichen Gottesdiensten hier unterschieden. Er hat nur zwei Stunden zu spät angefangen (als ich das erste Mal zur Kirche auf dem Berg gestiefelt bin, war noch niemand da und in diesem Moment dachte ich mir wirklich, dass es vielleicht einfach nicht sein soll), insgesamt 5 Stunden gedauert (was selbst für ruandische Verhältnisse lang ist) und war erstaunlich schlecht besucht (aber dadurch ging es mir eigentlich besser, weil ich mich dann als Teil des harten Kerns der Gemeinde gefühlt habe).

Was diesen Gottesdienst aber wirklich für mich zu etwas Besonderem gemacht hat, waren die letzten Minuten, als alle die Möglichkeit hatten nach vorne zu kommen und zu erzählen wofür sie Gott im letzten Jahr dankbar sind. Die Schlange schien schier endlos. Und da konnte man wirklich spüren was für eine unglaubliche Quelle der Hoffnung Gott für diese Menschen ist. Er ist es, der sie am Leben hält, für sie sorgt. Dieser Gedanke ist es, der sie dazu befähigt weiterzumachen, wenn die Dinge aussichtslos scheinen. Und dementsprechend sind sie Ihm schlicht weg für ALLES dankbar. Es war schön ihnen die Dankbarkeit für das letzte und die Zuversicht für das nächste Jahr ansehen zu können.

Am Abend war ich beim Bischof zum Abendessen eingeladen, der über die Feiertage nach Hause zurück gekommen ist. Zur Feier des Tages gab es Leber (brrrr...) und ich habe sie natürlich voller Enthusiasmus gegessen. Im Anschluss haben wir seinen Bruder und dessen Familie besucht. Die sind unser beider Nachbarn, es war also eine sehr gemütlich Versammlung. Da der Bischof ins neue Jahr schlafen wollte, musste ich danach wohl oder übel allein ins neue Jahr starten. Was aber noch lange nicht heißt, dass ich nicht gefeiert habe. Im Gegenteil, so viel Stimmung hat das Halleluja-Haus wahrscheinlich noch nie erlebt. Und ich hatte echt Spaß daran mit meiner IPod-Musik in den Ohren das gesamte Haus und jedes einzelne Möbelstück unsicher zu machen. Ich hatte ehrlich einen tollen Abend (pflichtbewusst wie ich bin, natürlich nicht ganz so lange, denn am nächsten Morgen hat nun mal der nächste Gottesdienst auf mich gewartet).

Alles in allem kann man wohl sagen, dass meine Feiertage komplett anders gelaufen sind, als man sie sich vorstellen würde.

Trotzdem: Irgendwie fand ich es einfach super.

 

Ruandische Namen

Autor: Ilva | Datum: 19 Dezember 2011, 07:57 | Kommentare deaktiviert

Jeder Ruander hat sowohl einen ruandischen Namen als auch einen christlichen. Der Christliche entspricht der "westlichen" Namensgebung, von Nathalie über John zu Valerie. Der Ruandische ist dem Christlichen vorgestellt, in Großbuchstaben geschrieben und hat irgendeine tiefer gehende Bedeutung/Übersetzung. Er beschreibt meist was die Eltern ihrem Kind bei seiner Geburt wünschen oder was dieses Kind für sie bedeutet. Es rangiert von „Hoffnung“  zu „Kind Gottes“. Kommt ein Europäer zu Besuch, haben manche Leute großen Gefallen daran diesen Leuten einen ruandischen Namen zu geben, der zu ihnen passt.

Letzte Woche bei der Convention  habe ich dann endlich meinen ruandischen Namen bekommen. Vom lieben Bishof Nathan =)

Ab jetzt lautet meine Vorstellung so: Muraho! Nitwa MUNEZERO Ilva.

Oder zu deutsch: Hallo! Ich bin Ilva, Mädchen der Freude.

 

Da habe ich mich ganz schön gefreut :)

 

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