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Ruandische Namen

Autor: Ilva | Datum: 19 Dezember 2011, 07:57 | Kommentare deaktiviert

Jeder Ruander hat sowohl einen ruandischen Namen als auch einen christlichen. Der Christliche entspricht der "westlichen" Namensgebung, von Nathalie über John zu Valerie. Der Ruandische ist dem Christlichen vorgestellt, in Großbuchstaben geschrieben und hat irgendeine tiefer gehende Bedeutung/Übersetzung. Er beschreibt meist was die Eltern ihrem Kind bei seiner Geburt wünschen oder was dieses Kind für sie bedeutet. Es rangiert von „Hoffnung“  zu „Kind Gottes“. Kommt ein Europäer zu Besuch, haben manche Leute großen Gefallen daran diesen Leuten einen ruandischen Namen zu geben, der zu ihnen passt.

Letzte Woche bei der Convention  habe ich dann endlich meinen ruandischen Namen bekommen. Vom lieben Bishof Nathan =)

Ab jetzt lautet meine Vorstellung so: Muraho! Nitwa MUNEZERO Ilva.

Oder zu deutsch: Hallo! Ich bin Ilva, Mädchen der Freude.

 

Da habe ich mich ganz schön gefreut :)

 

Convention...

Autor: Ilva | Datum: 11 Dezember 2011, 21:27 | Kommentare deaktiviert

Das war der Begriff, der mir offenbart wurde, als ich dazu eingeladen wurde. Was man darunter versteht? Keine Ahnung. Frage ich nach? Natürlich. Kriege ich eine Antwort? Natürlich nicht. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, ich habe mich ja inzwischen daran gewöhnt. Also hieß es für mich: abwarten, Tee trinken (die Verpackung verspricht übrigens "the finest tea of Rwanda" zu sein) und einfach alles auf mich zukommen lassen.

Was habe ich erwartet?

DAS NICHT!!!

4 Tage, über 40 Stunden Gottesdienst ausschließlich auf Kinyarwanda, 10 Predigten (von mindestens 1 1/2 Stunden Länge) und über 600 Menschen, die jeden Tag Kilometer lange Wege zurück legen, um etwas von Gottes Wort zu hören. Und ich mittendrin.

Was hätte ich am aller wenigsten erwartet?

 - Ich fand es einfach großartig!!! -

 Zugegeben: mein Gesäß hat zwischendurch mächtig geschmerzt, ich habe - trotz Übersetzer - das Wenigste verstanden und mehr als ein Mal habe ich mich gefragt, wie ich die nächsten Tage überleben soll und mir gewünscht, dass es endlich vorbei ist.

Aber das alles ist so unglaublich schnell vergessen, wenn die Gemeinde anfängt zu tanzen.

Zuerst hört man nur eine Stimme singen. Dann taucht ihr Besitzer aus der Menge auf und geht klatschend und weiterhin trällernd nach vorne, um sich das Mikrofon zu schnappen. Und trotzdem geht sein nächster Satz in der Stimmgewalt der einstimmenden Gemeinde unter. Das Keyboard setzt ein und plötzlich ist der ganze Raum erfüllt von ruandischen Rhythmen (ich sage bewusst ruandisch, denn diese sind meiner Meinung nach alles andere als typisch afrikanisch). Alles steht. Singt die Lieder, tanzt die Tänze, die jeder Ruanda in die Wiege gelegt bekommen zu haben scheint. In nullkommanichts ist der freie Platz vor der Kanzel bis auf den letzten Quadratzentimeter mit Menschen gefüllt. Sie wirbeln, springen, bewegen sich mit Schritten, die ich nicht mal mehr nachvollziehen kann. Der Boden pulsiert.

Es ist pure Freude, die jeden erfüllt.

 

(Und weil es mir so gut gefallen hat, habe ich ausnahmsweise mal Fotos hochgeladen:))

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